Loge Friede und Fortschritt Wuppertal

Eine freimaurerische Zeitreise

Die Geschichte der Loge „FRIEDE und FORTSCHRITT“

Im Jahre 1922 fanden sich in Wuppertal Brüder Freimaurer zusammen, die nicht den im Ort bestehenden Logen angehörten. Einige Brüder der Loge „Zur Bergischen Freiheit“ in Solingen, die auch zu den Zusammenkünften der Brüder kamen, hatten dann die Idee, man möge doch eine neue Loge gründen.

Diese Idee wurde umgesetzt und die Großloge „Zur Sonne“ in Bayreuth, zu der die Solinger Loge gehörte, konstituierte am 24.Mai 1924 die Loge „FRIEDE und FORTSCHRITT“, die ihren Sitz in Elberfeld hatte. Elberfeld war seit langer Zeit eine selbständige Stadt, die sich 1929 mit anderen kleineren Städten in der Umgebung zur neuen Großstadt Wuppertal vereinigte.

Die Lichteinbringung

Die Brüder der neuen Loge suchten nunmehr nach einer ansprechenden und würdigen Unterkunft und fanden diese in der Kölner Straße in Elberfeld in den Räumen des ehemaligen Cafe Eick. Am 09. Januar 1925 fand in einer großartigen Feier, die sich über zwei Tage erstreckte, die Lichteinbringung in den neuen Tempel statt, die von dem damaligen Großmeister Br.Blümel vorgenommen wurde.

Friede und fortschritt

Bijou der Loge Friede und Fortschritt

Die neue Loge fügte sich gut ein in das freimaurerische Leben innerhalb der Stadt und der näheren Umgebung.

Logenabende

Wie aus Niederschriften von Chronisten zu lesen ist, entwickelte sie sich zusehends durch Aufnahme einer Reihe junger Brüder. Interessante Vorträge wurden gehalten und alle wetteiferten, den Logenabenden ein inhaltsreiches Gepräge zu geben.

Mit besonderer Liebe wandte man sich der Pflege der Musik zu, eine Tradition, die die Loge auch nach 1949 durch ihre regelmäßig durchgeführten öffentlichen Kammermusikabende fortsetzte. Damals befanden sich unter den Brüdern viele, die ausgezeichnete Musiker waren und sich bei besonderen Veranstaltungen immer wieder zur Verfügung stellten.

Einer der Brüder war Theaterarzt und hatte oft Gelegenheit, Sänger und Sängerinnen des Stadttheaters einzuführen, die manchen schönen Beitrag zu den Musikabenden leisteten. Im Laufe der folgenden Zeit zog die Loge mehrmals um und wählte neue und kostengünstigere Räume für Clubleben und Tempel, was mit dann stattfindenden Lichteinbringungen verbunden war, die von den jeweils amtierenden Großmeistern der Großloge „Zur Sonne“ vorgenommen wurde.

Auflösung der Loge im 3. Reich

Durch die Machtergreifung der Nationalsozialisten zeichnete sich alsbald ab, daß die Freimaurerei in Deutschland wohl keine Zukunft mehr haben würde. Viele deutsche Großlogen versuchten durch Umstellung und Namensänderung sich der drohenden Auflösung zu entziehen. Die Großloge „Zur Sonne“ ging einen anderen Weg.

Im Mai 1933 löste sie sich selbst auf und damit war den Mitgliedslogen, also auch der Loge „FRIEDE und FORTSCHRITT“ die Existenz entzogen und sie musste liquidiert werden. Gleich nach Beendigung des 2.Weltkrieges rief einer der Brüder die in Wuppertal noch lebenden ehemaligen Mitglieder der Loge zusammen und man beschloss, die Loge wieder zum Leben zu erwecken.

Wiedergründung der Loge

Am 03. Juni 1947 wurde bei der englischen Militärbehörde ein Antrag auf Gründung eines Freimaurervereins „FRIEDE und FORTSCHRITT“ gestellt, der mit Bescheid vom 14. November 1947 genehmigt wurde. Die Versammlung zur Wiedergründung der Loge fand am 30. Dezember 1947 im Ratskeller Wuppertal-Elberfeld statt.

Die wiedererstandene Loge schloß sich den verschiedenen Bestrebungen und Arbeitskreisen an, die die einzelnen Bauhütten zu Provinzial- oder Landesgroßlogen vereinen und später, an Stelle der früher bestehenden 10 Großlogen in Deutschland, eine gemeinsame Großloge für Deutschland gründen wollten, was dann am 19.Juni 1949 in Frankfurt gelang.

Dank der unermüdlichen Arbeit des damaligen MvSt Br.:Meuthen ging der Aufbau der Loge stetig voran. Die Mitgliederzahl stieg in wenigen Jahren auf etwa 30 Brüder und man wandte sich wieder der Pflege der Musik zu, so wie es bis zur Auflösung im Jahre 1933 geübt wurde. Die stattfindenden Kammermusikkonzertabende, die, wie auch schon in der Vorkriegszeit, wurden wieder getragen und ausgeführt sowohl von Brüdern, die Berufsmusiker waren als auch von herausragenden Mitgliedern des städt.Orchesters, die von den dort arbeitenden Brüdern mitgebracht wurden.

Da die Presse, u.a. die Westdeutsche Rundschau und die Neue Ruhr Zeitung, über diese Konzerte berichtete, wurde die Loge FRIEDE und FORTSCHRITT in der Region immer bekannter, was auch dazu führte, daß sich Interessenten meldeten, die im Laufe der Zeit Mitgliedschaft erwarben und in den Bruderkreis eintraten.

Gründung der Tochterloge, „Freiheit und Licht auf dem Berge“ in Remscheid

Im Jahre 1957 genehmigte die Vereinigte Großloge GL AFuAM v.D. der Loge FRIEDE UND FORTSCHRITT die Gründung einer Deputationsloge, die den Namen „Freiheit und Licht auf dem Berge“ trug und in Remscheid ihren Logensitz hatte. Bis diese Tochterloge einen eigenen Bruderkreis hatte, waren alle Brüder der Loge FRIEDE und FORTSCHRITT selbstverständlich in Doppelmitgliedschaft mit ihr verbunden.

Dennoch mußte hingenommen werden, daß die Tochterloge kaum in der Lage war, sinnvolle und nachhaltige freimaurerische Arbeit zu leisten, weil sich einfach kein eigener Mitgliederbestand gebildet hatte. Die Loge FRIEDE und FORTSCHRITT dagegen entwickelte sich zusehends weiter, die Mitgliederzahl blieb konstant bei etwa 30 Brüdern, die in einer sehr guten Harmonie miteinander lebten. Die an Lebensjahren älteren Brüder wirkten mit, daß sich die jungen und neuen Brüder in positiver Art und Weise in freimaurerischem Sinne entwickeln konnten und dies auch taten. So vergingen etliche Jahre.

Die 80er Jahre

Mitte der 1980-ger Jahre kamen Brüder, die außerhalb Wuppertals wohnten, auf die Idee, man könne doch die Tochterloge in Remscheid reaktivieren und mit neuem Leben erfüllen. Eine Anzahl von Brüdern trennten sich dann von FRIEDE und FORTSCHRITT und arbeiteten fortan in Remscheid.

Diese Abwanderung von Brüdern aus der Loge war allerdings ein schmerzlicher Schnitt in die Mitgliederzahl. Der Mitgliederverlust wurde noch verstärkt durch das Ableben von den alten Brüdern und den Mitgliederverlust durch Wohnortwechsel, der durch berufliche Veränderung und auch aus anderen Gründen verursacht war. Die Anzahl der Brüder sank auf eine so geringe Zahl, daß das Überleben der Loge gefährdet war und alsbald nach einer Lösung gesucht werden mußte.

Diese Lösung wurde gefunden. Mit den drei anderen in Wuppertal arbeitenden Logen (Loge „Zur Bruderkette im Wuppertal“, LOGE „Hermann zum Lande der Berge“ und deren Deputationsloge „Lessing“) wurde eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit beschlossen und in den folgenden Jahren erfolgreich durchgeführt. So bezogen alle vier Logen das Logenhaus in Wuppertal-Unterbarmen und bildeten so das freimaurerische Zentrum.

Loge Wupperetal

Wuppertaler Logenhaus

Die Zusammenarbeit war so aufeinander abgestimmt, daß in freimaurerischen Kreisen davon gesprochen wurde, daß es in Wuppertal „eine Loge mit vier Namen“ gäbe, die das gesamte Wuppertaler Freimaurerleben gemeinsam gestalteten.

Von 1990 bis Heute

In den 1990-ger Jahren und bis heute gelang es, die Mitgliederzahl wieder zu steigern.

Seit relativ kurzer Zeit ist unter den Brüdern der Loge eine Tendenz zu erkennen, die zum Ziel hat, sich in größerem Maße als bisher der Öffentlichkeit zu widmen, die Loge und ihre Lebensziele den Menschen in der örtliche Umgebung vorzustellen und diese näher zu erläutern.

Dazu wird nach geeigneten Events gesucht werden, in denen die Loge unter Beachtung z.B. der Presse auftreten kann. Absolute Priorität hat aber die Tatsache, daß alle Brüder, die dem Bruderkreis der Loge angehören, bewusst und zielgerichtet darauf hin arbeiten, das in echter Freundschaft und ausgewogener Harmonie es allen Brüdern möglich ist, Freimaurerei zu leben und zu erleben, so, wie es der Freimaurerischen Philosophie entspricht.

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